Sonntag, 29. März 2015

Von Abschieden, Arschlöchern und dringenden Urlaubsbedürfnissen

Es ist Zeit für einen neuen Blogeintrag.
Also wo sind wir stehen geblieben?....

Nach Weihnachten stand dann wie üblich Sylvester vor der Tür. Da sind wir also gegen 6 Uhr morgens schon raus zum Pferde füttern, um dann um 8 an der Train Station zu sein, wo wir allerdings noch 20 Minuten auf Abfahrt warten mussten. 1,5 Stunden Fahrt eignenten sich gut, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Wir rechneten natürlich (und wie sollte es anders auch sein) nicht damit, das sämtliche Wege und Eingänge abgesperrt wurden, sodass nur wenige frei blieben, die man dann entweder mit teurem Ticket oder endlosen Warteschlangen passieren konnte. Und so tummelten wir zunächst noch ne halbe Stunde in einigen Shops, während wir uns Stück für Stück Richtung Opera House rantasteten. Unser Plan, einfach am Opera House vorbei und direkt in den Park zu maschieren war, nachdem auch wir bemerkt hatten, dass alles abgesperrt wurde, zum scheitern verurteilt. Was macht man also, wenn der einfachste und schnellste Weg für einen geschlossen bleibt? Genau, man nimmt den Weg, bei dem man selbst noch gar nicht wusste, dass es ihn gibt und der einmal um den ganzen Park herum führte. Wunderbar bei brennender Sonne. Und als wir dann nicht weiter wussten, gab es glücklicherweise noch helfende Infogays, die uns dann empfahlen in die folgende Straße einzubiegen und einfach, ja ganz einfach der Menschenmenge zu folgen. Warum sind wir da nicht selbst drauf gekommen?...Letzendlich endete die Menschenmenge in einer noch größeren Menschenmenge, lediglich in Schlagenform. Und die hatte es in sich. Da konntest du dich fast einmal um dich selbst drehen und du hattest immer noch nicht den Anfang oder das Ende entdeckt. Und wenn dir mindestens 3 Stunden Warteschlange garantiert sind, ruft man doch erstmal seine Freunde an, mit denen man sich treffen wollte, mit der Hoffnung, den 3 Stunden Sonnenbad (ja, Schatten gab es da nicht gerade) irgendwie zu umgehen. Fenja und Kolja wollten sich das Feuerwerk natürlich auch nicht entgehen lassen und waren bereits in der Nacht zum 31.12 mit einer Mitfahrgelegenheit aus Dubbo (ca. 6 Stunden von Sydney) gestartet. Leider konnten wir zunächst die beiden telephonisch nicht erreichen, wussten aber dank einer Sms, dass sie bereits angekommen und neben den Opera House seien. Also machten wir uns dann doch erstmal an den Slalomlauf in der Warteschlange, bis wir von einer weiteren Sms gerettet wurden. Die beiden standen bereits seit 2 Stunden in der Schlange, müssten demnach um einiges weiter vorne sein. Also rannte Caro los, während Chrissi zur Sicherheit unseren Platz frei hielt. Und tatsächlich, Caro entdeckte Fenja und Kolja, holte Chrissi, und nach nur 15 weiteren Minuten waren wir hinter dem Absperrgitter und hatten es geschafft unter den nur wenigen Tausenden zu sein, die sich auf das Feuerwerk mit Blick auf Die Habourbridge und das Opera House freuen konnten. Doch es war schwieriger als erwartet noch einen Platz auf den Wiesenflächen zu finden der noch grün war. Irgendwann quetschten wir uns dann aber doch einfach zu viert auf ca. 1 Quadratmeter und konnten tatsächlich für einige Stunden Schlaf finden...umzingelt von hunderten, nein eigentlich ein paar tausenden Menschen. Tja, als Backpacker kann man nach einiger Zeit einfach immer und überall pennen; hauptsache man kann die Augen zu machen. 12 Stunden warten lohnten sich am Ende dann aber auf jeden Fall! Wir beschlossen gegen 23 Uhr uns irgendwie noch einen besseren Stehplatz zu ergattern, was uns glücklicherweise auch gelang. Jeden Zentimeter den man vorwärts und damit der freien Sicht näher kam, ging man auch nicht wieder zurück. Das Feeling und Feuerwerk waren die lange Wartezeit und der Stress wert, auch wenn kurz nach dem Feuerwerk auch schon wieder Ende der schönen Geschichte war.



Hatten Tausende, sogar teilweise Tage zuvor angefangen zu campen und zu warten, um auch ja den besten Platz zu haben, stürmten diese direkt nach dem Spektakel wieder back home. Da war nichts mehr mit weiter feiern. Da wir auch müde und kaputt waren, traten auch wir den Rückweg an. Bevor wir aber in die überfüllten Train Stations liefen, aßen und tranken wir erstmal bei Mcdonalds unser Mitternachtsmahl. Die Zeit verging wie im Fluge und so war es bereits ca 2 Uhr morgens als wir die Train zurück nach Richmond nahmen und verabschiedeten uns auch wieder von Fenja und Kolja, die dann noch auf ihre Mitfahrgelegenheit warteten. Zurück in Richmond (und nach diversen Umstiegen) waren wir dann erneut an der Train Station gestrandet. 4 Uhr morgens, Mike, der uns hätte abholen können, natürlich schon längst am schlafen, und relativ allein, saßen wir dann da und warteten...warteten darauf, dass es hell wurde und die Zeit verging. Und es wurde heller und heller, und Mcdonalds von nebenan öffnete die Türen....FRÜHSTÜCK! Es war mittlerweile 7 Uhr als Mike und anrief und bescheid gab, dass er auf dem Weg sei. Als wir dann aus McDonalds raus und über den Parkplatz liefen um an der nächsten Straße auf Mike zu warten, sprach uns ein nettes junges Mädchen an und fragte nach, ob sie unser Handy kurz nutzen dürfte. Caro merkte sofort, dass das Mädchen deutscher Herkunft ist und fragte direkt mal nach. Und da sah man diesem Mädchen ernsthaft die Erleichterung an, erst recht, als sich herausstellte, dass sie und ein Junge, der dann auch näher kam, nur eine Straße von uns entfernt auf einer Farm arbeiteten, nicht wussten wie sie zurück kommen sollten, da ihr Arbeitgeber das Auto abgeholt hatte und dieser auch mit leerem Handyakku nicht erreichbar war, und wir anbaten, Mike zu fragen, ob wir sie mitnehmen könnten, da die Farm ja direkt auf dem Weg lag. Und dann setzten wir die beiden, Merve und Jannik, auf der kleinen Fram, bei ihrer kleinen Hütte,...nein unser erster Gedanke war eigentlich Bruchbude, ab, allerdings nicht ohne einmal zu wissen wie die beiden denn so auf dieser Farm hausten. Da dachte sich Caro noch, sie würde niemals, aber auch wirklich niemals irgendwo bleiben, dass so dreckig und einfach ist, nicht, wenn wir mehrere Wochen oder sogar ein paar Monate dort arbeiten müssten. Da dachte sie noch....ohne zu wissen, dass genau diese kleine Hütte auch nur 26 tage später ihr neue Unterkunft für 7 weitere Wochen sein würde. Aber dazu gleich. Ersteinmal stand dann Pferde füttern auf dem Programm. Wir wollten nicht unhöflich sein und baten uns selbstverständlich an, noch die Runde zum füttern zu drehen. Ehrlich, die Müdigkeit war in diesem Moment wie weggeblasen. War dies also erledigt fielen wir dann allerdings doch hundemüde in unsere Betten, um dann 2 Stunden später erneut aufzustehen, da Mike uns eingeladen hatte, mit ihm und weiteren Gästen gemeinsam Lunch zu haben und das neue Jahr nochmals zu feiern. Zu müde um zu reden, beantworteten wir lediglich die Fragen, der interessierten und wirklich sehr netten Freunde von Mike. Bis...bis es wieder Zeit war Pferde zu füttern. Halb in Trance wurde dies erledigt und dann ersteinmal ne menge Schlaf nachgeholt!!! WE WERE COMPLETELY DONE! Aber wir haben es gerne gemacht und auch genossen!

3 Januar. Das jahr fing gut an. Nicht nur, dass wir Merve kennengelernt haben, mit der wir auch heute noch in Kontakt sind, sondern auch, da Mike mit uns die Blue Mountains besichtigen ging. Und die waren einfach nur atemberaubend schön! Da musste tatsächlich noch nach freiem Speicherplatz für Fotos und Videos gesucht werden. Nachdem die 3 Schwestern gefühlte hundert mal abgelichtet wurden, fuhren wir noch ein Stück weiter und liefen Stufe für Stufe den Berg hinab, an einen wunderschönen Wasserfall. Immer mit dem Gedanken im Kopf „Du musst da auch gleich wieder hoch“. Wir ließen uns unser Mittagessen im Pub auf der Zunge zergehen, bevor wir die Rückfahrt antraten und uns fertig machten für das nächste leckere Mahl. 



Wir waren erneut bei Freunden von Mike eingeladen, die ursprümglich aus Malta kommen und übertrieben nett sind! Die Tage drauf, gab es immer wieder Einladungen und wir kamen öfters aus unsere kleine Hütte. als wir es uns je denken konnten. Ach ja, dann war da ja auch noch der 6.1, unser Birthday, den wir in der City verbrachten und uns Sea life und co anschauten. Das beste aber war der Towerbesuch; wir hatten einen unglaublichen Blick auf Sydney und das Meer bei Sonnenuntergang!



Die Tage vergingen schnell und jede Einzelheit zu erzählen würde nun wirklich extrem lange dauern. Also was ist sonst noch interessantens passiert? Wie wohl einige mitbekommen hatten, waren wir ne lange Zeit auf Jobsuche, da Claire uns theoretisch ab Januar nicht mehr brauchte und wir nur noch Pferde füttern mussten. Da kam uns das Angebot von Merve gerade recht, die am 25.1 die Farm verließ und ihren Chef mal fragen wollte, ob er Interesse hätte. Wie wir jetzt wissen hat er so oder so an jedem Interesse, der nur irgendwie arbeitsfähig ist. Wir riefen Greg (na, wir glauben ihr kennt diesen Namen wohl bereits schon oder?) an und vereinbarten am Abend vorbeizukommen, um weiteres zu regeln. So liefen wir also zur anderen Farm rüber und trafen dort auf Patrick, der erst am selben Tag angekommen war und uns erklärte, dass Greg nicht anwesend war. Also wurde nochmals das Handy aus der Tasche gezückt und Greg angerufen. Der meinte dann nur, Patrick solle uns alles erklären wie das so mit der Bezahlung etc. sei, da er nicht mehr vorbeikommen könne, er wäre zu beschäftigt auf der anderen Farm. Gut, Patrick gab uns die wichtigsten Informationen und dann gingen wir auch schon wieder um 2 tage später für letztendlich 7 Wochen dort einzuziehen. Die Fakten:

  1. 13 Dollar die Stunde (Hungerlohn, der Mindestlohn liegt bei 16 Dollar/Stunde)
  2. Jede Woche um die 65 Stunden (um einiges mehr als erlaubt)
  3. Wer nicht arbeiten will oder krank ist muss gehen
  4. Wer von vornherein zu langsam ist oder nicht produktiv bekommt weniger Geld oder muss gehen
  5. Ein halber Tag frei pro Woche
  6. Unterkunft (totale Absteige) 15 dollar pro Nacht, wer gut arbeitet zahlt nach 1 bis 2 Wochen 10 dollar
  7. Man arbeitet von 7 bis ca 20-22 Uhr und hat lediglich 2 (wenn man Glück hatte, ja wenn man wirklich Glück hatte 3 ) Stunden Pause.
  8. Greg ist sich immer „zu 600 Prozent“ sicher, wer zu klein geflückt oder eine Pflanze etc. zerstört hat. Da kann man noch so oft sagen man war es nicht.
  9. Dass Greg ein neues Auto braucht ist wichtiger, als dass du einen kompletten Tag frei möchtest („I'm sorry, but you have to work today“) oder müde bist/dich krank fühlst.
  10. Ist man nicht annähernd so schnell wie seine Festangestellten, die seit 6 Jahren für ihn arbeiten, ist man nicht produktiv genug und man muss gehen.
  11. Greg:“I am the best“

Daraus lässt sich ganz einfach erschließen: In Gregs Augen sind wir Sklaven.
Aber hey, wir haben es überlebt! Zunächst einmal mussten wir uns aber erstmal an das Gefühl gewöhnen, dass wir stets Backpacker sind. Nach 4 Monaten in den gleichen 4 Wänden und dem selben Umfeld mussten wir uns wieder an neue Leute gewöhnen, an das Zusammenleben mit erst noch Fremden Menschen im selben Haus. Aber wir lebten uns schneller ein als gedacht. Nachdem die Jungs (Sebastian, Nic, Patrick, Jannik) nach 1 bis 7 Tagen nach unserer Ankunft weiterzogen, mischte sich die WG Gruppe neu zusammen. Diesesmal waren wir nicht nur Deutsche wie zuvor, sondern mit Jessika eine Spanierin und mit Charly einen angeblichen Aboriginie von einer Insel nahe Fiji, der durch eine Organisation zu Greg gekommen ist, bunt gemischt. Jessika entpuppte sich als ein super lieber Mensch, die auch mit sehr schlechten Englischkenntnissen sich durchschlägt und immer gut gelaunt ist. Wir haben sie echt lieb gewonnen. 





Story 1:

Tag der Abrechnung. Am Tag zuvor hatten wir zu dritt Aubergienen geflückt und drei große Bins bis zum letzten Zentimeter gefüllt. Das ganze allerdings in vier Stunden. Laut den oben genannten Fakten könnt ihr euch ja nun denken was dies bedeutete. Da standen wir nun da (Greg belegte die einzigen zwei Plastikstühle. Ja er braucht tatsächlich 2, damit nicht einer kaputt geht) und Greg laberte uns voll, dass wir zu langsam wären und er Geld verliere (Entschuldige, wir kriegen ja auch nur 13 dollar Hungerlohn!). Da kam Jessika an, die das Gleiche noch vor sich hatte, und wir versuchten alle drei ihr zu erklären, dass dies bedeutete, dass jede von uns 4 Stunden brauchte um einen Bin zu füllen. Da ihr Englisch nicht so ausgebaut ist, dauerte es eine Weile bis sie verstand. Das geilste aber war ihre Antwort:“Sooooo....What do you want?“ Wir konnten uns nicht mehr halten vor lachen, was Greg alles andere als gefiehl. Aber diese Ehrlichkeit von Jessika ist einfach nur bewundernswert.



Story 2:

Wir hatten Mittagspause und saßen bereits im Auto, das inmitten der Halle der größeren Farm stand und warteten auf Abfahrt. Jessika stand irgendwie in der offenen Beifahrertür, als Greg ankam, der meinte „Start at 3 with the flowers“- „NO! 3.30!“ Greg gab tatsächlich nach und wir hatten 30 Minuten mehr Mittagspause, die ohnehin schon ziemlich knapp ausfiehl. Wir fuhren aus der Halle raus, als Greg nochmals aus der zweiten Hallentür ankam, an der wir gerade vorbeifahren wollten, und mit erhobener Hand andeutete, wir sollten nochmals anhalten. Jessika aber winkte ihm lächelnd und vergnügt zu. sie verstand Gregs Absicht nicht. Da brachen wir wieder in Gelächter aus.

Greg wollte uns bescheid geben, dass wir nach den Flowers pflücken zurück kommen sollten um Aubergienen oder Paprika zu pflücken. Er tendierte zu den Paprika, doch bevor er eine entgültige Entscheidung treffen konnte, traf Jessika diese :“Egg Plants!!!“. Paprika plücken, so müsst ihr wissen, ist nämlich das grausamste von allen...es nimmt nie ein Ende!



Story 3:

Greg fragt uns um 20 Uhr, ob wir nochmal mit zur anderen Farm kommen, um Kohl zu pflanzen (es war bereits fast dunkel). Da wir jede bezahlte Stunde gut gebrauchen konnten, haben wir also zugesagt und so sind Jessika und Charly, die bereits auf der anderen Farm gearbeitet hatten, mit dem Auto, mit dem wir gekommen waren, zurück zur Accomondation. Charly sollte uns dann wieder abholen, wenn wir fertig seien, Greg wollte ihn anrufen. Um 22 uhr ging dann auf einmal ein riesen Streit zwischen Greg und seiner Frau los, weil Greg Charly nicht erreichen konnte und keiner von beiden uns zurück fahren wollte. Alle waren ja soooo busy. Und dann ließen die uns tatsächlich in der Halle stehen, sagten uns Charly würde bestimmt noch kommen, und verschwanden im Haus, gingen schlafen. So standen wir nun da, von Moskitos umzingelt und den Blick auf die Uhr gerichtet. Bis 22:30 wollten wir warten, sonst wären wir zu Fuß gegangen. Man bemerke: Es gab keine Gehwege, keine Straßenlichter, weit und breit nur Farmen jeglicher Art und wir hätten mindestens 2 Stunden gebraucht. Da wir bereits vermutet hatten, dass das Handy, welches Greg uns allen gab, mal wieder kein Signal empfangen hatte, waren wir nicht all zu sauer auf Charly, der dann glücklicherweise doch noch kam, sondern viel mehr darauf, dass Greg und seine Frau uns tatsächlich stehen lassen, ganz nach dem Motto „Seht selbst zu wie ihr zurück kommt“. Was für asoziale Menschen!

Story 4:

Nach unseren drei Wochen in Indien letzten August stehen wir Indien und indischen Menschen (so rassistisch es ja auch irgendwie ist, aber dem unwohlen Gefühl kann man leider nur schlecht entfliehen) mit gemischten Gefühlen gegenüber. Bis wir Gregs Festangestelle kennenlernten. Inder, die einfach nur mega freundlich waren. Doch leider wendete sich unser Bild erneut zum schlechten. Wie schon lange geplant gingen wir mit Jessika, Sunny und Bobby nach Feierabend noch gemeinsam in einen Pub in Richmond. Jessika, die schon ein Jahr zuvor für Greg einige Wochen gearbeitet hatte, erzählte immer wieder wie toll es doch gewesen wäre letztes Jahr. Und weil sie sich so freute, gingen wir ihr zu liebe mit. Also saßen wir da, unterhielten uns etwas und tranken ein kleines Glas Bier. Immer wieder fragte Sunny uns, ob wir denn nicht austrinken wollten oder noch mehr haben möchten. Wir lehnten allerdings ab, da wir wirklich genug hatten. Irgendwann kam Sunny dann zu Caro rüber, fragte ob sie tanzen wolle. Caro lehnte erneut ab. Aus irgeneinem Grunde zog er sie aber doch auf die Tanzfläche, doch auch diesesmal ließ sie Sunny spüren, dass sie nicht wollte. Auf den Weg zur „Terasse“, wo wir alle anfangs zusammen saßen, kamen Bobby, Jessika und Chrissi ebenfalls rein, Jessika direkt an uns vorbei und verschwand. So blieben wir alle drinnen, zunächst auf der Suche nach Jessika. Bzw. viel mehr waren lediglich wir beide auf der Suche. Sunny und Bobby latschen uns, uninteressiert daran, wo Jessika steckte, hinterher. Mittlerweile standen wir zu viert in der Nähe des Eingangs, als Chrissi Jessika auf der Tanzfläche entdeckte und Caro los ging. Allerdings lediglich mit Sunny im Schlepptau, wie sie erst später bemerkte. Das ganze passierte so schnell, dass keine von uns mitbekam, dass wir getrennt wurden. Caro lehnte sich an eine Wand und schaute Jessika zu. Wir wollten ihr den Spaß nicht verderben. Irgendwann ging dann aber alles zu weit. Sunny, der Caro ja hinterher gelaufen war, kam ihr immer näher...viel zu Nahe und hatte seine Finger dort wo sie nicht hingehörten! Und auch Bobby machte sich an Chrissi ran, fragte sie, ob sie einen Freund hätte, ob sie kuscheln wollen. Wir zogen die Notbremse, sagten wir wollen gehen, und zogen Jessika von der Tanzfläche. Blöderweise waren wir mit Sunny und Bobbys Auto gekommen. Die beiden begriffen allerdings nichts und so überstanden wir auch noch die 10 Minütige Rückfahrt. Froh endlich zurück zu sein und dass das Ganze jetzt ein Ende hatte, gingen wir ins Haus. Doch Sunny und Bobby folgten mit hinein, fragten uns ob wir nicht noch was von der mitgebrachten Flasche trinken wollten (irgendetwas hochalkoholisiertes), während Sunny bereits nach Gläsern suchte, der nebenbei Caro wieder näher kam. Das war mehr als genug für uns und so sagten wir Ade, verzogen uns in unser Zimmer und verriegelten die Tür. Nun mussten erstmal Gedanken sortiert werden...

Die Tage darauf, schien alles wie zuvor. Wir trafen Sunny und Bobby wie gewohnt bei der Arbeit an, doch es war als wäre nichts vorgefallen. Als besäßen die beiden jeweils zwei unterschiedliche Persönlichkeiten. Letztendlich hielten wir zu den beiden, obwohl wir so schon wenig mit denen zu tun hatten, noch größeren Abstand.

Nun, bevor ihr etwas falsch versteht: Das soll nicht bedeuten, dass wir Indien und Indern im Ganzen und Allgemeinen als Schlecht betrachten. Auf keinen Fall!!! Wir haben nur sehr viel erlebt, was uns leider schnell ein unwohles Gefühl veleiht in Bezug auf dies. Gegen sein Empfinden kann man leider nichts machen. Uns ist aber natürlich bewusst, dass nicht alle Menschen gleich sind, egal wo her sie kommen. 

Da wollte jemand "Gute Nacht" sagen


Story 5:

Zwei oder drei Tage später pflückten wir gemeinsam mit Jessika, Greg und Charly Banana Chilli, als Greg uns auf Samstagabend ansprach. Er meinte, wir sollten vorsichtig sein, die beiden seien verheiratet und ob wir das wissen würden. Ja, wir wussten davon, auch dass beide um die 30 Jahre alt sind und Sunny sogar einen Sohn hat. Greg erzählte uns dann, dass die Ehefrauen bei Raj (Inder, den wir aber wirklich vertrauen konnten und der super nett war/ist) nachts angerufen hätten und wissen wollten, wo denn ihre Männer seien. Greg behauptete dann wir würden den beiden irgendwelche Anzeichen von Interesse geben und dass beide in Schwierigkeiten kämen, wenn da mehr draus würde. Erstens, haben wir nie auch nur im Geringsten irgendwelche Anzeichen von Interesse gezeigt! Im Gegenteil!! und zweitens, wir haben doch nur im Feld gestanden und Paprika, Aubergienen oder sonst was gepflückt! Ist das irgendein Anzeichen an Interesse für die beiden!? Also entschuldigt, aber das ist doch wirklich hohl. Wir merkten allerdings sofort, dass es Greg vielmehr darum ging, dass er keine Arbeiter mehr haben würde, wenn Sunny und Bobby in Schwierigkeiten kämen. Greg redete weiter. Wir sollten wissen, dass die Männer in Indien ihre Frauen nicht gut behandeln würden...sehr beruhigend. Wir wurden wütend und fassungslos, was Greg uns da unterstellen wollte. Also erzählten wir ihm was passiert war und das wir das nicht im Geringsten lustig fanden. Doch Greg und auch Charly lachten. Aber warum? Was ist denn daran so lustig??? Es stellte sich heraus, dass Sunny und Bobby andauernd Charly nach uns fragten, wo wir denn seien. Zudem wusste auch Greg davon, dass die beiden interessiert an uns waren. So meinte er, die kämen in den letzten Wochen ja nur noch zur Arbeit, weil wir da waren. Na toll...schöner Mist...Aber warum hatte keiner von beiden, weder Charly noch Greg, uns darüber informiert!? Wir wären doch gar nicht erst mitgegangen, hätten wir davon gewusst. Wir waren wütend, sehr wütend! Auch weil Greg uns fragte, warum wir denn mitgegangen seien, wenn wir wussten, dass beide verheiratet sind. Ok, um mal eins klarzustellem: Wir gingen lediglich aus Freundlichkeit mit und mit dem Gedanken, dass das ausschließlich als ein gemeinsamer Abend unter „Kollegen“ wird, rein freundschaftlich!!! Und nur weil wir mitgegangen waren, soll das nun bedeuten wir wären interessiert?! Im welchen Jahrhundert leben wir?!

Greg bat uns, mit niemanden über diese Unterhaltung zu reden. Doch als einen Tag später Bobby Caro darauf ansprach (Caro aber alles abstreitete, da sie keinen Ärger mit Greg wollte,und wir so oder so 2 Wochen später gegangen waren), wussten wir, dass Greg mit Raj darüber gesprochen hatte und Raj das natürlich an Sunny und Bobby weiter gab. Wie dumm muss man eigentlich sein bitte und gibt selbst etwas weiter worum man gebeten hat, es für sich zu behalten?! Aber nun gut, wir wollten das Ganze einfach nur noch vergessen....

Story 6:

Zwei Tage vor Abreise. Freitag. Wir mussten frühzeitig unsere Mittagpause antreten, da Leute erwartet wurden, die von der Organisation, mit der Charly gekommen war, kamen und kontollieren wollten, ob alles seine Richtigkeit hatte. Na ja, mit der Richtigkeit ist das ja so ne Sache. Wir mussten unsere Zimmer verriegeln und für ein bis zwei Stunden nach Richmond verschwinden, damit wir auch ja nicht erzählen konnten, dass wir erheblich mehr Stunden pro Woche arbeiten, als erlaubt. Auch seine Festangestellen mussten für diese Zeit verschwinden. Die Farm war absolut leer. Aber nun gut, wir dachten uns zwar, wir würden nur zu gerne mal erzählen, was für krumme Sachen Greg macht, und was sich in den 7 Wochen für uns alles zusammen gereimt hat, aber damit würden wir nicht nur Greg in Schwierigkeiten bringen, der uns ja egal war, sondern auch Jessika, die illegal in Australien arbeitete und nur ein Touristenvisum besaß. 




Es gibt noch viele viele viele kleinere Storys die vorgefallen sind, wie zb. als Greg von Chrissi wollte, dass sie erneut Unkraut zupfe, allerdings ohne Bezahlung für diese Zeit, da er sich ja zu 600 Prozent sicher gewesen sei, sie hätte 2 Wochen zuvor ihre Arbeit beim Unkraut zupfen auf dem gleichen Feld nicht anständig gemacht, und Chrissi sich das nicht gefallen ließ und einfach aus dem Feld ging. Aber wahrscheinlich würden wir noch Wochen brauchen um alles ins Detail hinein zu erzählen.
Was passierte also nach unserer Zeit bei der „Greg farm“?...Noch am selben Tag unserer Abreise, verstauten wir unser Gepäck im gebuchten Hostel und machten uns mit der Fähre auf den Weg zum Manly Beach. Allein die Fahrt dort hin hatte sich gelohnt! Man hatte einen super Blick auf Opera House und Habour Bridge.






Da es leider aber in Strömen anfing zu regnen, machten wir uns, es war bereits dunkel, auf den Rückweg. Am Tag darauf verließen wir dann nach 5,5 Monaten Sydney und waren total begeistert von dem Greyhound Bus, der mit Wlan, Auflademöglichkeiten, Wasserspender und reichlich Platz ausgestattet war. Das Wlan funktionierte dann leider nicht, aber der Wille zählt. Und so sagten wir „Hallo Newcastle“. 


Newcastle

Dort noch früh Morgens angekommen genossen wir ne Weile unser Frühstück, bestehend aus Keksen, am Wasser, bis wir uns mit dem Zug auf nach Maitland machten. Und je weiter wir kamen, desto mehr kamen wir ins Nichts. Aber immer hin gab es den reject shop, wo wir uns direkt jeweils einen Koffer kauften, denn wir waren es leid unser ganzes Gepäck auf unseren Schulter tragen zu müssen. Wir lieben unsere Koffer! Letztendlich landeten wir auf der Woofing Farm, wo wir ganze 3 Wochen verbringen wollten. Aus drei wurde am Ende dann aber nur Eine. Warum? Weil es uns nicht so gut gefiehl wie erwartet und weil wir wirklich Urlaub brauchten. Die Pferde waren Zucker, aber da wir jeden Morgen die Futterbuckets den Berg hochschleppen mussten, von wo aus man ernsthaft ne tolle Aussicht auf Hunter Velly hatte, und der Hang extrem steil war, sodass man beim Hinabsteigen sehr langsam sein musste (allein das Absteigen dauert 20 Minuten), ließ unsere Lust auf ganze 3 Wochen dort immer weiter sinken.


Jasper - halb Dingo (Wildhund)









Zudem war unsere Hauptaufgabe, Stämme und Äste, die in kleineren und größeren Haufen auf dem Berg verstreut waren, auf eine Sammelstelle zu bringen. Dazu brauchten wir schon 15 Minuten, nur um den Berg wieder hochzuklettern, da die Sammestelle sich unten befand. Gemeinsam mit einer 30 jährigen Finnin, Paula, und einer 26 jährigen Deutschen namens Anna teilten wir uns ein nettes kleines Häuschen. Mit Anna auch das Zimmer. Es war wirklich alles 
sehr nett eingerichtet. 





Was also missfiehl uns nach einer Weile so sehr? Nicht nur, dass wir mehr Stunden arbeiten mussten, als für Woofing gedacht ist und wir die meiste Zeit damit beschäftigt waren Äste von A nch B zu schleppen, sondern auch, dass Jan und seine Frau, die wir übrigens erst nach 5 Tagen kennenlernten, weil sie sich sich nie hat blicken lassen, obwohl sie anwesend war, und auch Paula uns immer unsympatischer wurden. Zudem bekamen wir für vier Personen wirklich wenig Essen, sodass wir einmal eingefrorenes Restessen von Jan und Christine bekamen, weil unser Kühlschrank leer war. Auch, dass Paula uns bei jeder Kleinigkeit schief anschaute und wir unser warmes Essen, welches wir jeden Abend bekamen, einmal erst gegen 21 Uhr kriegten, da Paula, Jan und Christine noch Wein tranken oben aufm Berg, brachte unsere Laune immer mehr down. Aber klar, man kann uns ja natürlich warten lassen-.- Und vorallem, dass null Interesse an uns da war, sondern lediglich an was er uns beibringen könne und wie gut wir arbeiteten. 




Als wir dann am Sonntag gingen, verlangte Christine von uns, dass wir das Haus sauber machten. Klar taten wir dies. Und zwar wirklich gründlich! Christine inspizierte alles kurz bevor wir los wollten. Allerdings war ihr das Ganze nicht genug. Da war noch ein Staubkügelchen auf der Fußleiste und das Spülmittel durfte nicht neben dem Waschbecken stehen, der Boden müsse nochmals gewischt werden und gesaugt auch. Wir fragten uns ernsthaft und generft was für Probleme diese Frau überhaupt hat. Das Haus war mehr als sauber, sauberer als wir es vorgefunden haben und wir hatten nichts stehen lassen, das nicht bei unserer Ankunft auch schon da stand. Außerdem: Die kann sich 5 Tage lang nicht blicken lassen und sich nicht vorstellen, aber wenn es darum geht, dass das Haus sauber ist bei der Abreise, da kommt sie runter gefahren oder was?! Sie meinte also wir sollten nochmal anfangen und bräuchten für alles wohl auch noch eine weitere Stunde. Letztendlich sind wir erst 3 Stunden später losgekommen als geplant, aber auch froh nun auf dem Weg in den Urlaub zu sein. Mit dem mega coolen Greyhound Bus fuhren wir über Nacht nach Byron Bay, um von dort aus in das 20 Minuten entfehrnte Lennox Head zu kommen, wo uns ein Privatzimmer erwartete. Und seit dem genießen wir unsere Zeit am traumhaften Strand oder im nicht weit entfehrten Ballina zum shoppen. Außerdem konnten wir mit free Wifi und viel Zeit in Ruhe alles Bevorstehede organisiren. Uns erwarten 4 Stunden Surfunterricht in Byron Bay, einen Strandausritt auf Magnetic Island, eine Segeltour zu den Whitsundays inklusive Schnorcheln am Great Barrier Reef, wenn alles klappt schon bald eine Fraser island Tour (größte Sand Insel der Welt) und vieles mehr ist geplant! Ihr werdet also nun wieder viel und öfters von uns hören, natürlich nur wenn ihr mögt.
Bis dahin,

viele Grüße aus dem noch immer viel zu warmen Australien!

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