Montag, 29. Dezember 2014

Von Weihnachten bei 30 Grad und Schutzengeln

Hallo ihr Lieben!

Als kleines verspätet Weihnachtsgeschenk hier endlich ein neuer Blogpost! Wurde ja auch mal wieder Zeit;)


Während es eine Zeit lang recht unspektakulär zuging und es nicht viel zu erzählen gab (was auch Grund dafür ist, dass so lange kein neuer Post kam), ist in den letzten Wochen ganz schön viel passiert:

Zunächt einmal wurde Chrissi fast von einem Baum erschlagen. Jaja, da will man doch nur gemütlich ein Pferd wieder auf den Paddock bringen und dann wird einem einfach der Weg versperrt. Frechheit!:D
Nein, so lustig war es eigentlich nicht. Ein lautes Knacken in den Bäumen, ein Blick nach oben (in die falsche Richtung) und tadaa- ein aufgeschrecktes Pferd. Zum Glück! Ohne Dee Dees schnelle Reaktion wären sowohl Chrissi als auch DD nicht nur mit einem Schrecken davon gekommen.
Denn wäre DD nicht davongerannt und hätte Chrissi nicht ein bisschen mitgezogen....nein, dass wollen wir uns lieber nicht vorstellen!
Man sieht, Pferde sind gar nicht so dumm wie viele denken. Manchmal kann ihre Anwesenheit Leben retten. Ein großes Dankeschön daher an Dee Dee!



Claire meinte:"Das war eines deiner neun Leben." oder irgendwie so:P

Ja, so ein paar Leben sind gar nicht mal so übel. Ein paar Tage später folgte der nächste halbe Herzinfarkt: Gegen 17 Uhr, Feierabend, zwei müde Mädchen auf dem Weg zu ihrer kleinen Unterkunft, ganz in Gedanken versunken. Neben einem Paddock (vor Chrissis Füßen) lag ein Stock. Ein dicker Stock. Ein Stock mit Augen. Ein Stock mit roter Zunge. Und bäääääm, Chrissi machte einen Satz zur Seite es folgte ein spitzer Schrei. Und Caro dachte die Welt geht unter.
Unser "Stock" war kein gewöhnlicher Stock. Er war eine Schlange. Die verzog sich auch ganz schnell wieder in das hohe Gras und wir schafften es nicht mehr ein Foto zu machen.

Das war Schreck Nummer zwei. Nummer drei folgte direkt einen Tag später, als Chrissi die Longiersachen aus einem kleinen Schuppen neben dem Round Yard holen wollte. Genau da wo die Schlange einen Tag zuvor verschwand. Joa, sie hatte ja auch nicht Tschüss gesagt und so grüßte sie nocheinmal.Chrissi wollte ihren Augen kaum glauben, hatte sie doch gerade noch gedacht "Vielleicht ist die Schlange ja noch da". Es folgte ein lautes Rufen:"Caro gib schnell dein Handy her!" Da hatte unser "Stock" wohl aber endgültig die Schnauze voll, verzog sich ohne sich einmal ablichten zu lassen und ließ sich nie wieder blicken. Und wenn sie nicht gestorben ist dann lebt sie auch noch heute.
(Claire:" Ja, an der stirbt man nicht, aber ein Biss kann sehr wehtun" Wie beruhigend oder?:D)

Da unsere Zeit bei Tennyson Stud bald zu Ende ist sind wir auf der Suche nach einem neuen Job. Ein bisschen muss sich unsere Reisekasse noch wieder aufbessern. Da die Australier scheinbar nicht zu der Sorte gehören, die auch wieder zurückschreibt (nein, wir sind nicht die einzigen mit diesem Problem) entschlossen wir uns einfach in die City (Sydney) zu fahren und uns dort umzuschauen. An einem Dienstag hatten wir unseren nächsten Day off. Einen Tag vorher wurden unsere Pläne aber fast wieder über Bord geworfen. Eine Geiselnahme im Lidt Cafe (bei dem wir uns unteranderem auch beworben hatten) am Markusplatz sorgte für Aufruhr und es war nicht klar, wie sicher es für uns in der Stadt sein würde. Wir hingen am Fernseher und konnten es nicht fassen, was nur 1 1/2 Stunden von uns entfent vor sich ging. Wir entschlossen uns, am nächsten Morgen nochmal zu schauen wie es in Sydney aussieht. Als wir ins Bett gingen, sah es noch so aus als würde man die Situation bald in den Griff bekommen, konnten doch schon einige Geiseln fliehen. Als unser Vater uns aber wie immer jeden Morgen zum skypen anrief waren wir erst noch total verschlafen, bei den Worten "Drei Menschen sind tot" aber hellwach. Wir schalteten sofort den Fernseher ein und konnten es nicht fassen. In der Nacht starben zwei Geiseln und der Geiselnehmer selbst. Und nicht nur in Sydney passierten schreckliche Dinge. Auch in Philadelphia, Belgien und in einem anderem Land (uns fällt leider nicht mehr ein welches) gingen Dinge zu, die man einfach nicht wahrhaben möchte. RIP an all die unschuldigen Menschen die ihr Leben lassen mussten!





Wir fuhren also doch nach Sydney rein. Im Zug stellten wir dann fest, dass Inder hier keine Seltenheit sind. So rassistisch das leider auch klingen mag, aber seit den drei Wochen in Indien können wir ein leichtes Unbehagen in der Anwesenheit von so vielen indischen Leuten leider nicht ganz unterdrücken (Selbstverständlich ist uns bewusst, dass keiner dieser Leute etwas dafür kann).
Aber wir arbeiten dran.
In der Stadt liefen wir zunächst zum berühmten Opera house. Dieses war wieder offen (es war während der Geiselnahme aus Sicherheitsgründen abgesperrt wurden), auch wenn wir erst durch eine Taschenkontrolle mussten. Dann aber liefen wir die Stufen hoch die wir schon so oft auf Bildern und im Fernsehen gesehen hatten. Endlich!


Nach dem Opera House liefen wir wieder Richtung Innenstadt. Wir wollten zum Queen Victoria Building. Wir suchten uns extra einen Weg aus der am Markusplatz vorbei führte, da wir nicht unbedingt in das Getümmel kommen wollten. Pustekuchen. Irgendwann kam eine Absperrung. Als wir sahen, dass diese nur für Autos war und die Gehwege frei waren gingen wir zunächst weiter, drehten aber keine zehn Meter weiter wieder um. Da stand ein Kamerateam welches gerade zwei Reporter (die wir schon aus den Nachrichten kannten) vor der Linse hatten. Es wäre zwar kein Problem gewesen weiterzugehen, allerdings waren wir nicht so scharf darauf denen ins Bild zu laufen. Also machten wir kehrt und bogen einfach in die nächste Straße ein. Wieder ein paar Meter weiter fanden wir uns dann aber doch in einer großen Menschenmenge wieder, links von uns eine Absperrung und Polizei. Der Markusplatz dahinter. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menschen und entdeckten die Stelle, an der bereits zahlreiche Blumen abgelegt wurden. Wir konnten nicht anders und blieben für einen kleinen Moment stehen. Ein paar Stunden zuvor hatten sich hier unfassbare Szenen abgespielt und es war ein komisches Gefühl dort nun zu stehen. Als wir weitergingen gab es kaum Menschen, die ohne Blumen in der Hand uns entgegen kamen. Sogar ein paar Straßen weiter kamen sie uns noch mit Blumensträußen in der Hand entgegen. Viele Blumenstände waren fast leer gekauft. Wir sahen eine junge Frau weinen, neben ihr eine weitere Frau und eine Polizistin.


Wir liefen noch eine ganze Weile rum, schauten uns die Läden an und genossen unseren Frozen Yoghurt. Einfach geil dieses Zeug!

Im Queen Victoria Building waren wir auch, aber welches das nun genau war wissen wir nicht mehr. Wir liefen nur irgendwann nach tausendmal im Kreis laufen dort raus. Hmm....
Außerdem fragten wir hier und da nach Jobs und schoben zu guter Letzt unsere Lebensläufe unter eine Tür eines Ladens durch, der nach Kellnern suchte, aber leider geschlossen hatte.
Dann gingen wir zurück zum Zug.

Ein oder zwei tage später färbten wir dann unsere selbst geschnittenen Haare. Wir wollten wieder einen anständigen farbverlauf (die Sonne ruiniert die Haare hier so ziemlich) und außerdem hieß es für Caro back to blond! Das Resultat war nicht ganz so hell wie wir es erwartet hatten, wir sind aber trotzdem zufrieden.

Das nächste spektakuläre Ereignis war an einem Morgen, als Chrissi noch verschlafen und eher weniger gut gelaunt aus der Tür trat und neben sich etwas rumpeln hörte.
Da standen doch tatsächlich zwei Kängurus neben unser kleinen Unterkunft zwischen Pferdeanhänger und all möglichem Krimskrams (was sie da wohl suchten?). Sie waren wohl genauso verdutzt wie wir und machten sich auch schnell vom Acker. Dieses mal konnten wir sie aber noch ein bisschen filmen. Warum das nun so besonders war? Die beiden gehörten nicht zu den kleinen Wallabys die wir bisher immer gesehen hatten. Nein, diese beiden waren größer als wir selbst (zum vergleich, wir sind 1,71 m groß).

Ein paar Tage später kamen dann Freunde von Claire und auch die drei deutschen Mädchen die für sie arbeiten zum Dinner. Wir kannten sie bereits und verbrachten einen ganz netten Abend zusammen. Den Abend drauf waren wir dann bei ihnen zu Besuch. Es fand eine große Geburtstagsparty statt, es wurde Cricket und Volleyball gespielt, einige sprangen auch mal in den Pool. Caro versuchte sich dann beim Lasso werfen und stellte fest, dass es viel leichter aussieht als es tatsächlich ist.

Wieder ein paar Tage später nahm uns Claire mit nach Windsor, da sie noch etwas erledigen musste und wir die Zeit solange etwas rumbummelten. Als wir ein Einkaufzentrum wieder verlassen wollten waren wir total erstaunt. Hatten wir es noch bei strahlendem Sonnenschein und einer stickigen Hitze betreten stürmte und regnete es nun. Was machen Chrissi und Caro? Rennen trotzdem zurück Richtung Auto!:D Als wir an einem Eiscafe vorbeiliefen entdeckten wir Claire und zwei der deutschen Mädchen, die zufällig auch dort waren und darauf warteten, dass der regen nachließ. Somit schlüpften wir schnell in den Laden und entkamen dem Regen für eine Weile. Während wir warteten donnerte und blitzte es wie man es sich kaum vorstellen kann und drei oder vier mal viel der Strom aus.
Auf dem Rückweg sahen wir dann einen Baum nach dem anderen der umgefallen war, umgekippte Mülltonnen schmückten die Straßenränder und man sah, wo sich der Regen in kleine Bäche die Hänge runtergeschlichen hatte. Bei Tennyson stud ist das Dach eines Stalls auch einfach mal in den Paddock gegenüber gewandert. Jetzt hat man wieder den Durchblick!
Das schlimmste jedoch: Wir hatten bis zum nächsten Tag kein Internet mehr. Selbst am nächsten Morgen funktionierte es noch nicht und so zapften wir das vom Haus oben an. Einziges Manko: Es funktionierte nur vor unserer Haustür. Also Stühle raus und mit den Armen in der Luft rumgefuchtelt, bis das Handy endlich anzeigte, dass es Empfang hatte. Das wir peinlich sind wissen wir ja schon:P "Das ist Schicksal".

Und dann stand auch schon Weihnachten vor der Tür. Na ja, laut Kalenderplan jedenfalls. Uns kommt es viel mehr so vor, als hätten wir Weihnachten verpasst. Es ist einfach zu confused. Weihnachten im Hochsommer? Gegen Abend machten wir uns mit Mike auf eine ca. 1,5 Stunden Fahrt zu seiner Schwester, die ebenfalls in Sydney lebt und in deren Haus sich die Familie zum Chrismas Dinner versammelte. Eine ziemlich verrückte und so freundliche Familie! Soweit wir herausbekommen konnten, waren neben Mikes Schwester, dessen 2 Töchter und einen Sohn und dessen Vater (?), auch Mikes Bruder und Mutter da, sowie eine weitere Dame und einen jungen Mann, dessen Verwandtschaft zu Mike wir nicht ganz sicher waren. Wir wurden herzlich begrüßt, ließen uns das köstliche Essen auf der Zunge zergehen und saßen nach dem Dinner mit in einer gemütlichen Runde der Bescherung. Ein kleines Erinnerungsstück am australischen Weihnachten im Sommer und etwas Schokolade gab es dann für uns womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten und uns wirklich darüber gefreut haben! Jetzt fragt sich vielleicht der/die ein/eine oder andere warum am 24 Dezember Bescherung, wenn es doch für Australien typisch ist, dass die Bescherung am Morgen des 25 Dezember stattfindet. Da Mikes Familie aus Europa stammt, blieb man wohl beim europäischen Weihnachtsbrauch.

Zurück in unserer kleinen Wohnung wurden dann noch schnell Weihnachtsgrüße versendet und dann hieß es auch für uns: Schlaaaaaaaaafen! Da wir ja schon auf der Rückfahrt im Auto halb weggenickt sind. Ach ja: War schon Weihnachten?
Am erste Feiertag hatten wir dann Lunch bei Mike und Claire und zogen uns danach 2 Filme rein, in dem echt mega coolen Movieroom. So mit riesen Billardtisch in der Mitte und großer "Leinwand" dahinter, wurde es sich auf den Sofas gemütlich gemacht und auch Hund und Katzen wollten mit schauen. Besonders Polo liebt es zunächst auf unserem Bauch herum zu trampeln, bis sie sich dann doch endlich fallen lässt und leise vor sich hin schnurrt. Am 27 machten wir dann eine weitere Erkenntnis. Es gibt hier gar keinen zweiten Weihnachtsfeiertag! Schön wenn man das weiß, nachdem man für 3 Weihnachtstage eingekauft hat und dass der dritte gar kein Feiertag mehr war.

Vor ein paar Tagen dann, das Licht war bereits aus und wir fast eingeschlafen, hörten wir ein immer lauter werdendes Miauen vor unserer Tür. Als wir diese dann öffneten, lief Polo an unseren Füßen vorbei und folglich nickte sie auf unseren Betten in unserer Mitte ein, bis wir sie dann aber doch lieber wieder raus schickten, da wir nicht sicher waren was sie anstellen würde, wäre sie bei uns geblieben. Polo dachte sich dann wohl am nächsten Morgen unseren Wecker spielen zu müssen und so bekam sie doch noch ihren Willen und schnurrte in unseren Betten während wir uns zum Pferdefüttern fertig machten. Diese Schmusekatze!

So, da ja bald auch schon Sylvester ist und wir uns das Feuerwerk in Sydney nicht entgehen lassen wollen und bestimmt noch das ein oder andere passiert, werdet ihr bald wieder von uns hören.
Bis dahin,

Eure Caro und Chrissi

 Post aus Deutschland♡
 Überdemensionale Ameise

 Leggaaaa😋
Jo...kein ding...chill😎

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