Samstag, 16. August 2014

Namaste!

Wir sind seit Montag in Indien und haben schon so viel erlebt, dass wir gar nicht wissen wo wir anfangen sollen.
Schon die Taxifahrt in Dehli zu unserem Hotel war ein Schock. Nicht nur, dass hier ja Linksverkehr herrscht, das ganze Verkehrssystem ist eine Katastrophe. Nein halt, das ist schon gar nicht mehr ein System. Das ist alles andere, aber kein System!
Dann guckte uns auf einmal eine Kuh an - mitten auf der Straße - und wir hatten wohl den Kulturschock unseres Lebens.
Doch es kam alles noch ganz anders als wir erwartet hatten.
Das Hotel in Dehli war für uns zunächst der reinste Horror. In geschlossenen Räumen bei stickiger Luft fühlten wir uns gar nicht wohl. Und als wir später feststellten, dass unsere Reisegruppe nur aus Leuten mit perfektem Englisch besteht und wir ganz eindeutig die jüngsten sind, wollten wir nur nach Hause.
Aber wir geben ja nicht gleich alles auf.
Irgendwann verdaut man den ersten Schock und auch den zweiten und in Indien wohl auch den dritten, vierten, fünften...
Jedenfalls fuhren wir nach einem Tag in Dehli an dem wir eine Führung hatten und unter anderem Kinder trafen, die so herzlich und aufgeschlossen waren, dass man nicht anders konnte als mit ihnen zu spielen, zu reden und Bilder zu machen, mit dem Nachtzug nach Bikaner. Ja der Nachtzug war so eine Erfahrung für sich. Abgesehen davon, dass wir zunächst einmal nicht hinsehen konnten wie Mensch und Tier einfach auf den Gleisen liefen, überlegten wir erst einmal IM Zug wie wir den acht Stunden lang überleben sollten. Es war sehr eng, unser Gepäck quetschten wir zur Sicherheit mit auf unsere "Betten" und "ey Christin du weißt schon, dass der Typ dich da gerade filmt?" Nope. Tja hellhäutig und blond ist in Indien nicht so mainstream.




Während Chrissi ganz oben aufgrund der Lüftung fast erfrohr und Caro wegen ihren im Gang hängenden Füßen ständig aufwachte näherten wir uns Bikaner.
Bei den Toiletten lief es so ab, dass wir die Tür einmal öffneten und dann auf dem Absatz kehrt machten. Schön euch kennengelernt zu haben aber auf nie mehr wiedersehen!
Morgens kamen wir irgendwann im Hotel an und es versuchten 11 Leute in zwei Stunden und nur zwei zur Verfügung stehenden Bädern zu duschen und sich für die anstehende Kamelsafari zu rüsten.

Als das geschafft war fuhren wir in die Wüste und omg da waren Kamele!
Nachdem uns KV, unser Reiseleiter, erklärt hatte wie wir auf den Tieren sitzen sollten, liefen wir zu den noch so jungen Jungs mit ihren Kamelen und sitzen auf. Kacke war das hoch! Ja und Caro hatte dann das Vergnügen auf einem Kamel zu sitzen, ohne dass jemand die Zügel hielt. Später stellte sich das als normal raus, denn manchmal drückten und die Jungs einfach die Leinen in die Hand- "Er ist gut dressiert"- und spazierten nebenher. Manchmal hatten die Kamele aber auch ihren eigenen Kopf und wir waren froh, dass die Jungs trotzdem aufmerksam und auf unsere Sicherheit bedacht waren. Trotzdem mögen wir Kamele super gerne!












Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir mit Sonnenbrand, schmerzenden Hintern und Füßen sowie Sand am ganzen Körper im Camp an. Naja gut, da standen Betten. Und ein Platz zum kochen, ein Tisch und ja, auch ein Klo. Aber in das Zelt guckte so gut wie keiner rein, wir genossen lieber den Komfort der Mutter Natur.
Wir schauten uns auf einer Düne den Sonnenuntergang an, trafen uns danach am Tisch und spielten ein paar Spiele, aßen zusammen und legten uns dann unter einen traumhaften Sternenhimmel (habt ihr schon mal den Mond aufgehen sehen?) schlafen.

Der nächste Morgen startete ein bisschen kühl, aber sobald nur ein paar Sonnenstrahlen den Sand erhellten wurde es warm. Wir frühstückten und sprangen dann auf die "Kutschen". Wir ließen uns von den Kamelen ziehen bis wir in Taxis umstiegen. Die halbe Wüste an uns stürmten wohl alle wie wir auf ihren Zimmern unter die Dusche. War das geil!
Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung bzw. wir hatten mal wieder " Optionen" für die wir aber selbst Taxi bezahlen mussten.
Caro und Chrissi entschieden sich eine davon mal auszuprobieren.
Blöd nur, wenn man "red temple" und nicht "rat temple" verstanden hat. Spätestens nach "OMG Caro da sind Ratten" kam dann die Erleuchtung. Auch schön da barfuß laufen zu müssen. Trotzdem war der Tempel einen Besuch wert!










Danach ließen wir mal wieder das Abendessen ausfallen und versuchten eine Internetverbindung zu kriegen. Wlan gab es zwar, aber das war beschissen.
Wir hatten zwar hunger, aber 1. mögen wir das Essen hier in Indien nicht so gerne, 2. bekommt es uns meist nicht so gut und 3. versuchen wir aufgrund der unerwarteten Extrakosten Geld zu sparen.
Das Ganze ist nämlich folgendermaßen:
Als wir die Reise gebucht hatten war uns klar, dass Essen und Trinken bis auf an einigen Tagen nicht mit im Preis inbegriffen sind.
Nun kommen aber noch Extrakosten auf uns zu wie Trinkgeld (für die Jungs die z.b. die Kamele geführt haben oder so) und Taxi. Taxi müssen wir immer dann bezahlen, wenn wir einige der Optionen mitmachen wollen. Abgesehen davon, dass wir unter Optionen verstehen, dass man sich zwischen zwei Aktivitäten entscheiden kann und diese ebenfalls im Preis inbegriffen sind, haben wir ganz schön oft Tage mit eben solchen Optionen. D.h. wenn wir keine dieser Optionen mitmachen wollen (und damit auch weniger Geld ausgeben) bleiben wir im Hotel. Diese Tage sind sinnlos und wir haben sie aber trotzdem bezahlt.
Dann gibt es Tage an denen wir nur unterwegs sind (gestern zum Beispiel 6 Stunden Fahrt nach Bikaner zu 10t. in einem Auto. Rückenschmerzen waren vorprogrammiert) und/oder Orientierungswalks machen. Orientierungswalks sehen so aus, dass wir durch die Stadt laufen und erzählt bekommen, was man am nächsten Tag machen kann, also auch wieder selbst bezahlen muss. Gestern war zum Beispiel so ein Orientierungswalk und wir haben dann mindestens zwei Stunden gewartet bis die anderen mit Essen fertig waren um kein Taxi zurück ins' Hotel bezahlen zu müssen. ( Wir hatten dann wirklich das coolste Tuktuk von allen! Mit Musik :D). Dass die nach dem Umherlaufen noch Essen gehen, wurde vorher NICHT gesagt.
Was uns außerdem missfiel war, dass bei der Kamelsafari Verpflegung mit enthalten sein sollte. Wir mussten dann aber in der Wüste feststellen, dass gerade Getränke (lebenswichtig bei der Hitze!!) extra bezahlt werden müssen. Ne sorry, aber unter Verpflegung verstehen wir was anderes! Toll war auch, dass wir das erst IN der Wüste erfahren haben und keine andere Wahl hatten als für das Wasser dort zu bezahlen. Achso und von dem Trinkgeld werden manchmal (wenn ein Großteil der Gruppe eine der Optionen machen möchte) Dinge wie die Kosten für das Fotografieren bezahlt. Das heißt wer nicht daran teilnimmt zahlt im Prinzip für die anderen. Das geht so nicht.
Wir haben bereits der Organisation geschrieben und warten auf eine Rückmeldung. Die sollte im Laufe des Tages eigentlich kommen.
Seit gestern sind wir nun in einem Hotel in Jaisalmer. Die Zimmer haben zum Glück funktionierende Klimaanlagen, aber im geschlossenem Frühstücksraum lässt diese mehr als zu wünschen übrig. Und nun liegen wir wieder auf unseren Betten - Chrissi: "Was machst du jetzt?", Fenja:"Versuchen mich nicht zu übergeben."
Indien kann schön, interessant, spannend und aufregend sein und ist definitiv eine krasse Erfahrung, aber aufgrund den Umständen können wir die Reise nur mäßig genießen. Das ist schade und wir sind ehrlich gesagt enttäuscht.

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